Ko-Kreation von Wirkungspfaden urbaner Landwirtschaft durch partizipatives Systems-Mapping
Am 11. Dezember 2025 führte James Vandenberg einen gamifizierten, partizipativen Systems-Mapping-Workshop mit Forschenden des Center for Innovation Systems & Policy am Austrian Institute of Technology (AIT) durch. Die Teilnehmenden waren Innovationswissenschaftler:innen, die im Workshop einerseits die unterschiedlichen positiven Auswirkungen urbaner Landwirtschaft gemeinsam identifizierten und andererseits deren Wechselwirkungen in komplexen urbanen Systemen diskutierten.
Der Workshop war Teil des GReenSCape-Projekts, welches unterschiedliche Formen urbaner Landwirtschaft und deren Beiträge zu urbaner Resilienz und Nachhaltigkeit untersucht. Neben den inhaltlichen Diskussionen ermöglichte der Workshop die Weiterentwicklung der gamifizierten, partizipativen System-Mapping-Methode, die das GReenSCape-Team entwickelte, um gemeinsam mit Stakeholder:innen Monitoring-, Evaluierungs- und Lern (MEL)-Pfade zu erarbeiten. Durch die Verbindung von Systemdenken, spielbezogenen Handlungen und kollaborativer Entscheidungsfindung will die Methode Initiativen der urbanen Landwirtschaft dabei unterstützen, ihre Visionen zu formulieren und ihre Auswirkungen auf Menschen, Gemeinschaften und die Umwelt besser zu verstehen. Die Ergebnisse reflektierten die vorhandenen Kapazitäten und Rahmenbedingungen, einschließlich des Zugangs zu Ressourcen, der institutionellen Einbettung und Organisationsstrukturen.
Der Workshop löste eine lebhafte Diskussion darüber aus, welche Wirkungen für resiliente und nachhaltige Initiativen der urbanen Landwirtschaft als prioritär anzusehen sind. Die Teilnehmenden erörterten Zielkonflikte, identifizierten Synergien und reflektierten darüber, wie unterschiedliche Werte und Zielsetzungen das Verständnis von Wirkung prägen. Insbesonders die systemische Perspektive führte zu produktiven Gesprächen. Durch das Verbinden verschiedener Wirkungskarten wurden zugrunde liegende Annahmen über die Kausalitäten und Dynamiken von Wirkungspfaden sichtbar.
Ebenso aufschlussreich war der Austausch über den Nutzen und die Umsetzbarkeit von MEL-Rahmenwerken. Die Teilnehmenden betonten die Bedeutung von MEL für die Steuerung von Entscheidungsprozessen, die Anpassung an Veränderungen, sowie für die Legitimation und Sichtbarmachung der Auswirkungen urbaner Landwirtschaft auf urbane Resilienz und Nachhaltigkeit. Zugleich wurden jedoch auch Herausforderungen der praktischen Umsetzung thematisiert. Dazu zählen insbesondere begrenzte Ressourcen, aufwändiges Datenmanagement, Veränderungen in Organisationen sowie die Notwendigkeit eines teamübergreifenden Commitments. Die Reflexionen der Teilnehmenden stimmen stark mit Erkenntnissen aus früheren Workshops in Metro Manila überein. Dort betonten Vertreter:innen von Gemeinschaftsgärten und der lokalen Verwaltung sowie soziale Unternehmen ebenso die Notwendigkeit von MEL-Rahmenwerken, die nicht nur inhaltlich sinnvoll, sondern auch praktikabel, kontextspezifisch und von den Praktiker:innen gemeinsam getragen sind.
Die am AIT gewonnenen Erkenntnisse fließen unmittelbar in die Weiterentwicklung der gamifizierten, partizipativen Systems-Mapping-Methode zur Erarbeitung von MEL-Rahmenwerken ein. Jeder Systems-Mapping-Workshop eröffnet neue Perspektiven, wirft neue Fragen auf und schafft somit neue Möglichkeiten, unser Verständnis der multifunktionalen Beiträge urbaner Landwirtschaft in Zeiten des Klimawandels zu vertiefen sowie deren Wirkungen gezielter zu erfassen und zu fördern.
Wir danken allen Teilnehmenden herzlich für ihre Zeit, ihr Engagement und ihre wertvollen Beiträge.

