ZOE Stakeholder Workshop in der Slowakei
Seit Oktober 2025 werden im ZOE-Projekt Stakeholder Workshops in den fünf Fallstudien (Costa Rica, Guatemala, Mexiko, Slowakei und Slowenien) durchgeführt. Ziel der Workshops ist es, gemeinsam mit institutionellen Akteur:innen jene verhaltensbedingten, sozialen und kulturellen Faktoren zu erfassen und zu diskutieren, die das Risiko von Zoonosen in der Fallstudie erhöhen oder verringern können.
Am 13. November 2025 fand in Marianka, einer Kleinstadt in der Nähe von Bratislava, der erste Stakeholder Workshop in der Slowakei statt. Durchführende waren ZOE Forscher*innen des Biomedizinisches Forschungszentrums in Bratislava und der Slowakischen Akademie der Wissenschaften. Wir waren mit drei unseren ZOE-Mitarbeiter*innen, Julia Wesely, Charlotte Tienes und Johannes Richter sowohl bei den Vorbereitungen als auch der Durchführung vor Ort beteiligt.
Das Gebiet um Marianka wurde aufgrund der Landbedeckungs- und Landnutzungsänderungen der letzten Jahre als Projektfallstudie ausgewählt. Spannend aus Stadtforschungsperspektive ist dabei auch das Wachstum Mariankas in Richtung der östlich gelegenen Waldgebiete.
Teilnehmende des Workshops waren lokale Expert:innen mit ökologischem und forstwissenschaftlichem Fachwissen,sowie behördliche Vetreter:innen, einschließlich der Bürgermeisterin von Marianka.
Der Workshop umfasste Gruppenarbeiten und Diskussionen im Plenum. Nachdem zunächst die für die Region relevanten zoonotischen Krankheiten diskutiert wurden, standen im Folgenden Verhaltensweisen, Überzeugungen und Wissensbestände, sowie strukturelle Faktoren und Präventionsmaßnahmen im Fokus, die zur Entstehung und Übertragung von Zoonosen beitragen können. Diese wurden von den Teilnehmenden benannt, graphisch dargestellt und diskutiert.
Die Ergebnisse des Workshops sind zentral, um die Risikofaktoren für Zoonosen aus Sicht der Experti:nnen umfassend zu beschreiben. Darüber hinaus tragen die Ergebnisse dazu bei, unsere Methoden für die nächsten Arbeitsschritte fallstudienbezogen zu entwickeln. So steht nach einem weiteren Stakeholder Workshop in Slowenien die Erhebung von Risikofaktoren aus der Perspektive der ansässigen Bevölkerung in allen fünf Fallstudien an. Durch Fragebögen und Beobachtungen werden u.a. Vulnerabilitäten, Verhaltensmuster und Copingstrategien der Menschen vor Ort in Bezug auf Zoonosen erhoben. All diese Arbeitsschritte bilden die Grundlagen für die am Ende des Projektes in allen fünf Fallstudien geplanten Community-Workshops. Dann sollen gemeinsam mit den Menschen vor Ort zielgerichtete Präventionsstrategien erarbeiten werden.





