ZOE Stakeholder Workshop in Slowenien
Am 12. Dezember 2025 fand in Postojna in Slowenien der letzte von insgesamt fünf Stakeholder Workshops des ZOE-Projektes statt.
Für mehr Informationen zu den Zielen der Stakeholder Workshops in den fünf Fallstudienregionen sowie eine Nachlese des Workshops in der Slowakei, siehe hier.
Der Workshop wurde vom slowenischen ZOE-Team, bestehend aus Forscher*innen der Virologie und Psychologie, mit Unterstützung unserer ZOE-Mitarbeiter*innen Charlotte Tienes, Julia Wesely und Johannes Richter durchgeführt. Am Workshop nahmen lokale und nationale Expert*innen der Veterinärmedizin, Biologie, Forstwirtschaft und des Gesundheitssektors teil, die sich mit der Verbreitung und Prävention von Zoonosen in der Region beschäftigen. Ziel des Workshops war die Erhebung und Diskussion lokaler Verhaltensweisen sowie struktureller Faktoren im Umgang mit Zoonosen.
Das Format des Stakeholder Workshops umfasste, wie auch die anderen Workshops, Diskussionen in Kleingruppen und im Plenum. Nach der gemeinsamen Definition der für die Region relevanten Zoonosen standen im weiteren Verlauf Verhaltensweisen im Umgang mit Wild-, Nutz- und Haustieren im Fokus der Diskussionen. Darüber hinaus tauschten sich die Teilnehmenden über das Wissen der lokalen Bevölkerung zu verschiedenen Vektoren (Gelsen, Zecken, Nagetiere) aus. Zudem diskutierten sie welche strukturellen Faktoren, wie z.B. Landnutzungsänderungen, die Verbreitung von Zoonosen bzw. Präventionsmaßnahmen fördern oder verhindern. Die von den Teilnehmenden identifizierten Faktoren wurden visualisiert und gemeinsam diskutiert.
Die Region um Postojna wurde als Fallstudie ausgewählt, da sie drei für das ZOE-Projekt relevante Landnutzungsformen aufweist: 1. Naturbelassene Waldgebiete, 2. abgeholzte Waldgebiete, die heute landwirtschaftlich genutzt werden, sowie 3. aufgeforstete Flächen. Zudem ist die Gegend sowohl Tourismus- als auch Transitregion sowie ein wichtiger Hotspot für Zugvögel und aufgrund der guten verkehrlichen Anbindung an Städte wie Ljubljana stark von Pendelverkehren geprägt. Die Kombination aus Landnutzungsänderungen, Biodiversität und wirtschaftlich-sozialer Entwicklung macht die Region für die Untersuchung des Zusammenspiels menschlicher Einflussfaktoren und der Entstehung und Verbreitung von Zoonosen besonders interessant.
Neben der spannenden inhaltlichen Diskussion bot der Workshop den verschiedenen Expert*innen auch eine gute Möglichkeit zur weiteren Vernetzung. Sie beschrieben den interdisziplinären Austausch als wertvolle Gelegenheit, Fachleute aus der Region kennenzulernen, die an denselben Themen arbeiten.
Die sozialwissenschaftliche Forschung des ZOE-Projekts geht 2026 in die nächste Projektphase über. Die Perspektiven der Expert*innen aus den Stakeholder Workshops ergänzend, wird unser Team in den verschiedenen Fallstudienregionen mittels Fragebögen und Beobachtungen Daten aus der Bevölkerung erheben. Ziel ist es, vertiefte Erkenntnisse zu Verhaltensweisen und potenziellen Infektionswegen sowie zu relevanten Umwelt- und Kontextfaktoren in den unterschiedlichen Regionen zu gewinnen.




